Reicheocactus

Curt Backeberg stellte diese Gattung im Jahr 1941 (publiziert 1942) auf. Der Gattungsname ehrt den deutschen Botaniker und Universitätsprofessor, tätig in Chile und Mexiko, Karl Friedrich Reiche (1860-1929). Die Gattung hatte aber keine Berechtigung, da Backeberg hier die Art “pseudoreicheanus” als Leitart verwendete, die bereits unter anderem Namen – Lobivia famatimensis (Spegazzini) Nathaniel Lord Britton und Joseph Nelson Rose (1923) – bekannt und gültig beschrieben wurde. In dem Zusammenhang war die erschaffene Gattung bei anderen Botanikern von wenig Akzeptanz geprägt. Backeberg jedoch, hielt lange Zeit an dieser Gattungsbezeichnung fest und fügte ihr im weiteren Verlauf weitere Arten hinzu. Eine größere Revision der Gattung Lobivia zur Jahrtausendwende, stellte dann die Zuordnung der meisten Lobivia Arten zur Gattung Echinopsis. Erich Werdemann nahm diese Zuordnung bei der Art “pseudoreicheanus” bereits 1931 vor. Weitere, durch Backeberg zur Gattung Reicheocactus zugeordnete Arten, finden sich mittlerweile in der Gattung Eriosyce wieder.

In Sammlungen und Gärtnereien ist die Gattungsbezeichnung Reicheocactus immer mal wieder auf den Etiketten zu finden.

Verbreitungsgebiet:
Argentinien und Chile


Kulturhinweise:

Substrat:
Mineralische Standardmischung mit etwas Humus (Bims, Zeolith, Kies, Kieselgur, etwas Humus, in der Körnung 1-4 mm)

Wachstumszeit: April – September

  • Sonniger bis halbschattiger Standort im Gewächshaus, Frühbeet, regengeschützter Balkon oder Terrasse
  • Auf gute Luftbewegung achten – besonders bei Mittagssonne und hochsommerlicher Hitze am Nachmittag, auch hinsichtlich der Vermeidung von Spinnmilbenbefall
  • Kann reichlich gewässert werden, jedoch sollte das Substrat auch wieder abtrocknen

Ruhezeit: Oktober – März

  • Trocken, etwa um 5°C

Fotodetails in der Galerie

Planzennamen und Synonyme nach Edward F. Anderson und Urs Eggli

Reicheocactus → Echinopsis
– floribundus → Eriosyce recondita ssp. iquiquensis
– neoreichei → Eriosyce napina ssp. lembckei
– pseudoreicheanus → Echinopsis famatimensis
– reichei → Eriosyce odieri ssp. fulva

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