Woll-, Schmier- und Wurzelläuse

Woll- und Schmierläuse werden bis 4 mm lang. Gegen Benetzung und Feuchtigkeit sind sie durch weißliche, mehlig aussehende Wachsausscheidungen geschützt. Ihre Eier legen sie in kleinen Kokons ab. Dank rascher Generationenfolge vermehren sich diese Schädlinge sehr schnell. Die Läuse wandern und verbreiten sich dabei sehr rasch über eine gesamte Kakteensammlung. Durch Ansaugen der Pflanzensäfte, vor allem im jungen Gewebe von Neutrieben und im Scheitel der Pflanzen, schwächen sie die Kakteen. Auf ihren klebrigen Honigtau-Absonderungen siedeln sich oft später Rußtau-Pilze an, die die Kakteen stark verschmutzen. Woll- und Schmierläuse sind Schädlinge, die schnell durch neu erworbene Pflanzen (z.B. Baumarkt) in die heimische Sammlung eingeschleppt werden. Wenn ein Befall erst einmal aufgetreten ist, erfordert es ein hohes Maß an Sorgfalt und Aufmerksamkeit, um die Sammlung hiervon wieder zu säubern. Die Tiere legen ihre Eierkokons an versteckten und unzugänglichen Stellen ab, z.B. an der Überwallungsstelle zwischen Pfropfunterlage und Pfröpfling oder tief versteckt zwischen Mutterpflanze und Kindeln, manchmal am Wurzelhals und zwischen den Rippen. Zur Bekämpfung wird mit einem geeigneten Präparat gründlich, auch in versteckt liegenden Stellen, gesprüht. Die Behandlung ist mehrmals in wöchentlichem Abstand zu wiederholen, um mit Sicherheit auch alle noch schlüpfenden Jungtiere abzutöten. Ergänzend zu den Spritzungen sollte die Pflanze sorgfältig abgesucht werden. Bei leichtem Befall kann man einzelne Tiere oder Kokons mit einem in Pflanzenschutzlösung eingetauchten steifen Pinsel bestreichen. Werden keine abwehrenden Maßnahmen ergriffen, kann recht schnell eine mühsam aufgebaute Sammlung zerstört werden.

Wurzelläuse leben an den Wurzeln der Kakteen. Es sind etwa 2 mm große weiße Tiere. Wegen des sie umgebenden Gespinstes wirken die Befallstellen kreidig-bläulich-weiß und wie verschimmelt. Wurzelläuse sind wegen ihrer verborgenen Lebensweise schwer zu entdecken. Der Befall kann nur aus dem fehlenden Austrieb, dem fehlenden Blütenansatz und dem nicht frischgrünen Aussehen der Pflanze geschlossen werden. Beim Austopfen finden sich dann häufig in der Erde , an den Kakteenwurzeln und am Topf die kreidigweißen Befallsspuren. Die Wurzelläuse vermehren sich rasch und verbreiten sich über die ganze Sammlung. Dies gilt besonders für frei ins Beet ausgepflanzte Kakteen. Aber auch bei Kultur in Einzeltöpfen wandern die Wurzelläuse aus den Wasserabzugslöchern des einen Topfes in die des anderen Topfes hinüber. Speziell in der Ruhezeit schreitet der Befall durch Wuzelläuse rasch voran. Die Trockenheit der Ruheperiode sagt den Wurzelläusen offenbar zu, und in dieser Zeit widmet man der Sammlung oftmals weniger Aufmerksamkeit. Zur Bekämpfung wird die gesamte Sammlung in etwa zehntägigem Abstand gründlich durchgegossen. Die Wurzelläuse halten sich gern an versteckten, trockenen Stellen auf, z.B. unterhalb der Verzweigung der Hauptwurzeln, wo sie die Gießbrühe kaum erreicht. Daher empfiehlt es sich, die Kakteentöpfe einige Minuten lang bis an den Topfrand in die Gießbrühe einzutauchen, damit sie sich von unten her vollsaugen. Auch das Einfütterungsmaterial, Töpfe, Pflanzschalen oder -kisten müssen unbedingt gründlich benetzt werden. Gerade der zur Einfütterung von Tontöpfen benutzte Torfmull bietet den Wurzelläusen hervorragende Versteck- und Ausbreitungsmöglichkeiten. Auf den Befall durch Wurzelläuse wird man oft erst beim notwendigen Umtopfen der Kakteen stoßen. Wenn das in der Ruhezeit erfolgt, können die Pflanzen nicht sofort mit den Gießmittel behandelt werden. Man wird auf jeden Fall die gesamte Erde der befallenen Pflanze vernichten und die Wurzeln, soweit möglich, gründlich säubern. Der Topf wird erst nach gründlicher Reinigung wiederverwendet. Die neu eingesetzte Pflanze wird gesondert aufgestellt, um eine weitere Verbreitung übersehener oder noch schlüpfender Wurzelläuse zu vermeiden. Wenn man im Winter an einigen Pflanzen Wurzelläuse entdeckt, sollte man im folgenden Frühjahr nicht nur die befallenen Pflanzen, sondern die gesamte Sammlung mehrmals mit geeigneten Mitteln durchgießen.

Hinweis zu Pflanzenschutzmitteln: Der Anbietermarkt für zugelassene Pflanzenschutzmittel ist sehr dynamisch, insbesondere für den Heim- und Kleingartenbereich. Eine Übersicht über aktuell zugelassene Pflanzenschutzmittel für einzelne Schadorganismen erhalten sie auf der Webseite vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

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